Räumungsverkauf bei Möbel Behrens

1924 wurde Möbel Behrens gegründet – damals noch als Tischerleibetrieb. Fast 100 Jahre später endet die Firmengeschichte demnächst.

BAD ZWISCHENAHN. Seit 1924 gibt es die Firma Behrens an der Mühlenstraße in Bad Zwischenahn – nach fast 100 Jahren soll jetzt Schluss sein. Ausgerechnet im Teil-Lockdown ist der Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe Anfang der Woche gestartet. Wer hier noch ein Schnäppchen machen will, muss also, wie in allen Geschäften im Ort, einen Termin vereinbaren.

Ausstieg länger geplant

Die Corona-Krise macht den Räumungsverkauf nicht leichter und hat die Pläne des Inhaber-Ehepaars Volker und Astrid Weirauch verzögert. Allerdings, so sagt der Inhaber, hat das Shoppen auf Termin auch seine guten Seiten – sowohl für die Kunden als auch für die Mitarbeiter sei es ein relativ entspanntes Erlebnis.

Und Weirauch sagt auch: Die Corona-Pandemie ist nicht der Grund für die Aufgabe des Geschäfts. „Weder das noch ein schlecht laufendes Geschäft, noch sonst ein Problem“. Tatsächlich, so der 56-Jährige, habe er bereits seit mehreren Jahren darüber nachgedacht, aufzuhören. „Ich mache das, seit ich 25 bin. Und so ein Geschäft in dieser Größe funktioniert nur, wenn der Chef und die Chefin immer da sind.“ Einen Nachfolger in der Familie gab es nicht – ebenso wenig wie eine Perspektive, das Geschäft an einen externen Nachfolger abzugeben.

Die Gelegenheit für den Ausstieg kam vor rund einem Jahr in Form eines interessanten Kaufangebots für das Grundstück samt Immobile, und Weirauch schlug zu. „Eigentlich hätten wir den Räumungsverkauf schon eher gestartet, aber das ging natürlich im Lockdown nicht“, sagt Weirauch. Die Resonanz nach der ersten Woche: „Viele unserer Stammkunden sind traurig darüber, dass wir aufhören.“

Fast 100 Jahre

Mit der Schließung endet auch eine fast 100-Jährige Firmengeschichte. 1924 hatte Tischlermeister Heinrich Behrens das Unternehmen gegründet – zunächst als Tischlerei. „Fertigmöbel gab es damals ja noch nicht“, sagt Weirauch. Dieser Trend kam nach dem Zweiten Weltkrieg auf. Wie bei vielen Tischlereien gehörte auch bei Behrens ein Bestattungsinstitut mit zum Geschäft. Die Tochter des Firmengründers, Elisabeth, übernahm das Geschäft später mit ihrem Ehemann Karl Wittenberg, fand aber selbst in der Familie keine Nachfolger mehr. Volker Weirauch stieg 1989 als Pächter ein, kaufte das Unternehmen dann neun Jahre später.

„Wir wollen jetzt in den dritten Lebensabschnitt“, sagt er. Wann der endgültig beginnen kann, hängt auch davon ab, wie schnell der Räumungsverkauf unter Corona-Bedingungen abgeschlossen wird.

Und was wird aus dem großen Gebäude? Dazu führe der neue Eigentümer derzeit Gespräche mit der Gemeindeverwaltung, sagt Weirauch nur. Klar ist: So wie es jetzt ist, werde es nicht bleiben.

(Bericht: Christian Quapp)